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Upsala-Gletscher im Detail

Der Upsala entwässert einen Teil des südpatagonischen Eisfelds in den Nordarm des Lago Argentino, nahe El Calafate. Einst der drittgrößte Gletscher Südamerikas nach Fläche, hat er sich im letzten Jahrhundert — und besonders seit 2000 — um mehrere Kilometer zurückgezogen und in riesige Eisberge zerlegt, die durch den See driften. Er ist das Standardbeispiel in Patagonien für „Schauen Sie, wie schnell Gletscher schwinden".

Geografie

Der Upsala fließt rund 50 km Richtung Südosten vom Wasserscheidekamm zum Lago Argentino. Anfang der 2000er-Jahre betrug seine Fläche rund 870 km², heute ist sie kleiner. Zwei große Nebenarme (Cono und Bertacchi) speisen den Hauptarm. Die Kalbungsfront ist rund 5 km breit.

Rückzug

Allein zwischen 1990 und 2020 hat sich der Upsala um etwa 8 km zurückgezogen — einer der schnellsten dokumentierten Rückzüge auf einem Temperategletscher. Ursachen: teils atmosphärische Erwärmung, teils Seedynamik. Sobald ein Gletscher in tiefes Wasser kalbt, kann der Rückzug weit über das hinausgehen, was die Massenbilanz allein erwarten ließe.

Wie besuchen

Der Upsala ist nur per Boot zugänglich. Tagestouren starten in Puerto Bandera bei El Calafate und queren den See zum Nordarm. Die meisten Touren zeigen die Upsala-Front, den kleineren Spegazzini-Gletscher und gelegentlich den Onelli mit Zodiac-Ausflügen. Eine Landaussicht gibt es nicht.

Vergleich mit Perito Moreno

Beide entwässern dasselbe Eisfeld. Perito Moreno ist stabil oder leicht im Vorstoß; Upsala zieht sich stark zurück. Der Kontrast zeigt klar, dass Klima nicht die einzige Variable ist — Bett- Geometrie, Seetiefe und Kalbungsdynamik spielen mit.

Eisberge

Der Upsala produziert einige der größten Eisberge Patagoniens. Sie treiben den Nordarm hinab und stranden gerne in der Nähe der Bootsrouten, wo sie zu phantastischen Skulpturen verwittern.

Wissenschaftliches Interesse

Argentinische Institutionen und internationale Satellitenmissionen beobachten den Upsala intensiv. Sein Rückzug ist gut dokumentiert und fließt in Projektionen zum patagonischen Eisverlust dieses Jahrhunderts ein.

Warum trotzdem hingehen

Bei aller schlechten Nachricht bleibt der Upsala ein überwältigender Anblick — die mächtige Kalbungsfront, die Eisberge, die Wildnis des Nationalparks. Der Bootsausflug allein ist ein halber Tag voller Gletscherlandschaft und passt gut zum Tagesausflug zum Perito Moreno.

Vom Lesen zum Planen

Die interaktive Karte zeigt Upsala, Spegazzini und Onelli, die üblichen Bootsrouten und historische Eisstände — so wird der Wandel sichtbar.